Biografie
     
   

Akemi Takeya 

Akemi Takeya lebt und arbeitet seit 1991 in Wien. Sie kooperiert mit Künstlern in den Bereichen Tanz, Theater, Film/Video, Photographie und Musik: Duett „Tsuru Tsuru“ (1993) und Tanzvideo „Holly Holly Hollyluia“ (1993) mit „Oya Produktion“. Visual performance „Modell 5“ (1994) für das Projekt „Granularsynthesis“. Performerin im Filmprojekt „Caleidoscopia“ (1994) von Paul V. Weihs. Voice performances in „Bridgework“ von Sam Auinger & Rupert Huber. Weiters „radiofractalcrashbeatmusic“ von Wolfgang Mitterer. Dance und voice performance „Tryptychon“ von Werner Puntigam.

 

Zu ihren Solowerken zählen: „Imeka“ (1997), „Bodypoems – REFLECTION“ (1998; auch als Videokunstprojekt). Für ihr drittes Solo „Drowning Fish“ erhielt sie den Österreichischen Tanzproduktionspreis 1999. „Yuragi“ (2000), „Terror by a blind stranger” (2001) als work in progress von „Black Honey Drops” (impulstanz 2001), „Shadow Pieces” (2002). Voice & body performance-Serie „multiple space“ (2001) & „double space“ (2002). Zusammenarbeit mit elektronischen Musikern wie Christian Fennesz und dem Noise-Musiker Tetsuo Furudate im Rahmen von „Transart 2003“. Idee/Planung des „AJ Projects” (Austria X Japan Dance and Performance Exchange Program: Yokohama 2002 / Wien, Budapest, Prag 2003), Soloproduktion unter der künstlerischer Supervision von Ong Keng Sen (Tanzquartier Wien, Carte Blanche) in dietheater Wien mit dem Titel „ZZ“ (2003), „ZZ“ Wiederaufnahme bei impulstanz (2004), „weathering” gemeinsam mit Ulf Langheinrich (audiovisuelles Environment) im TQW (2005). Tanzperformance So What! in Zusammenarbeit mit der Berliner Band Rechenzentrum (ImPulsTanz 2006). Solo Performance „Feeler“ im dietheater Künstlerhaus (Dezember 2006).

 

     
     
   
___________________
     
     
    Portrait
     
   

Ihre umfassende und vielseitige Ausbildung in Japan sowie ihre Kooperationen mit Künstlern aus verschiedenen Gebieten machen Takeya zu einer universell begabten Protagonistin im Spannungsfeld zwischen östlicher und westlicher Kultur, Tradition und Fortschritt. Ihre Körpergedichte sind ausdrucksvoll, poetisch und vielfältig – sie erwachen durch die Spannung zwischen ihrer inneren Welt und ihrem uns fremd erscheinenden kulturellen Hintergrund zum Leben.

Performance bedeutet für sie mehr als ein Mittel, den Moment festzuhalten – vielmehr eine Durchdringung menschlicher Seelen. Bis jetzt erfüllen alle ihre multidisziplinären Arbeiten diesen Anspruch der Performance als Erforschung der Identitäten eines Individuums und Hinterfragung der Beziehung zwischen dem augenblicklichen Akt und der phänomenologischen Tatsache von Körper & Geist, welche oft Thematiken organischer und funktioneller Wahrnehmungsfähigkeit anspricht. “Sensory awakening” (“Sinneserwachen”) ist ein zentraler Kontext beim Streben nach einer individuellen Ästhetik, die sich in der eigenen kreativen Arbeit widerspiegelt; solcherart werden durch die Erforschung subjektiver wie objektiver Prozesse Fragen aufgeworfen, die alle Konfrontationen bezüglich der Definition des Kunstbegriffs betreffen. Immer wieder setzt sie sich der Transformation innerer Empfindungen aus, oszilliert zwischen Aktion und Reaktion in einer interaktiven Situation zwischen sich selbst, dem Raum und dem Klang, um jenen einen Zeitpunkt einzufangen, wo sie ein Gleichgewicht all dieser Dimensionen in sich erreichen kann.

"Im künstlerischen Prozess gelangt sie in tiefe Bereiche ihrer Seele, aus welchen sie Charaktere entwickelt und im Performanceraum positioniert. Sie ist Tänzerin, Musikerin und Poetin. Ihre Performances sind vollendete Kunstwerke."

Gabriele Haselberger, Die Metamorphosen der Akemi T. jazz zeit 7–8/2001, Wien (gekürzt)

Takeya hat ihre eigene Voice & Body Performance-Methode entwickelt, wobei sie die Strategien der inneren Formation der eigenen inneren Energie verwebt und so eine eigene Sprache entwickelt. Und als produktive Schriftstellerin bezieht sie die Gedanken aus ihren Journalen, Träume, Tagebücher und Essays in ihre Performancestücke ein, um schließlich eine unerwartete und tiefgreifende Fusion von Sinnesbegegnungen zu schaffen. Sie denkt rational und lyrisch, mit Kopf und Körper, “östlich” und “westlich”, in Gegensätzen, Kombinationen, Verstrickungen, Klängen, Räumen, Bewegungen, Worten und Farben.

Sie ist eine Performerin zwischen den Kulturen, die sich nicht länger ihrem japanischen Ursprung, aber auch noch nicht genügend Europa, ihrer neuen Heimat, verbunden fühlt. Dieses Spannungsfeld zwischen den Kulturen spiegelt sich auch wider in der Ambivalenz zwischen der disziplinierten japanischen Philosophie des Weges und einem urbanen inneren Konflikt. Takeya versucht, dies mit ihrer Kunst zu überbrücken, welche von einer faszinierenden Verquickung östlicher und westlicher Einflüsse geformt wird, von ihrer inneren Welt und der Integration der Außenwelt.

copyright IMEKA 2005

     
    ___________________